Schülertexte Modul 1
Mein Leben in Lechhausen
Bettina Biller
Es fing alles damit an, dass wir in ein Heim für Ausländer zogen. Das war im Jahr 2000, als wir nach Deutschland kamen. Meine Mutter und ich wohnten eine Zeit lang mit meiner Tante in einem Zimmer. Das Zimmer war sehr klein, aber wir hatten es so eingerichtet, das wir uns drinnen wohl fühlten. Meine Oma und mein Opa wohnten ein Stockwerk höher.
Langsam lebte ich mich in Deutschland ein. Ich fand es schön, dass viele Kinder im Heim wohnten. Schnell fand ich Freunde. Man konnte dort so vieles erleben. Es gab einen Keller, in dem wir Kinder uns trafen und ausmachten, was wir heute machen könnten. Wir waren oft schwimmen und mit dem Fahrrad unterwegs, was viel Spaß machte.
Immer wieder zogen Kinder aus. Das war zwar traurig, aber ich fand es nicht besonders schlimm, denn ich hatte ja noch meinen Cousin im Heim.
Doch dann kam für mich die Zeit auszuziehen, aber zum Glück zogen wir nicht weit weg - vom Heim waren es nur zehn Minuten zu laufen.
Langsam lebte ich mich in Lechhausen ein, aber schön fand ich es hier nicht. Deswegen verbrachte ich die meiste Zeit im Heim, mein Stiefvater brachte mich fast jeden Tag dorthin. Die meiste Zeit verbrachte ich bei meiner Oma und ich übernachtete auch fast jedes Wochenende bei meinen Großeltern im Heim.
Doch auch Oma und Opa zogen aus dem Heim aus. Sie hatten eine kleine, gemütliche Wohnung gefunden - auch nicht sehr weit weg von uns, nur drei Haltestellen entfernt. Da fing es an, dass ich meine Oma und meinen Opa nicht mehr so oft besuchen konnte. Nach und nach wurden es immer weniger Menschen im Heim - alle zogen in eine Wohnung in der Nähe, keiner zog weiter weg.
Das Heim hatte mir sehr viel bedeutet, aber jeder muss sich mal von etwas trennen.
Bettina Biller
Alles, was Sie brauchen
Daniela Hauptmann
Hallo, ich bin Hermine Köpnick und komme aus Norwegen. Aber ich und mein Mann sind vor acht Jahren nach Deutschland ausgewandert. Genauer gesagt, nach Augsburg, in den Stadtteil Lechhausen. Meinem Mann Bórn hat es auf Anhieb gefallen und er hat sich gut mit der deutschen Sprache vertraut gemacht. Ich dagegen habe zwei Jahre dafür gebraucht, überhaupt mal grundlegende Sätze zu lernen. Nun, nach acht Jahren, kann ich schon sehr gut Deutsch. Mittlerweile arbeite ich auch schon in einer der bestbezahlten Krankenkassen Deutschlands. Das find ich super.
Ich und mein Mann besuchen zweimal im Jahr meine Familie. Das ist nun aber nicht mehr möglich. Denn ich bin ungewollt schwanger geworden und der Arzt hat mir verboten zu fliegen. Und das Fahren mit unserem zwölf Jahre alten Auto geht nun mal nicht, weil es nur für eine Fahrt in die Stadt reicht.
Nun sitz ich mit Mutterschutz und einem Heißhunger-Anfall zuhause. Mir fehlt mein Mann, denn der geht ja arbeiten. Dabei fällt mir ein, dass ich noch gar nicht Lechhausen besichtigt habe. Also nehme ich meine Tasche und meinen Bauch mit vollen neun Monaten und gehe los.
Ich wohne in der Euler-Chelpin-Str.17 und habe es leicht, den schönen Lech zu besichtigen. Aber das ist langweilig, da war ich schon tausendmal - heute muss die Stadt herhalten.
Mit meinem Auto fahre ich zum Schlössle und höre die Glocken der Kirche läuten. Ich parke und steige aus meinem Auto aus, dabei quietscht die verrostete Tür. Diese Besichtigung der Stadt ist eigentlich schon längst überfällig, aber dadurch wird es erst so richtig spannend, hier zu sein.
Plötzlich kreischt eine Frau in meiner Nähe los und zeigt auf mich. Ein Mann neben ihr greift zum Handy und schreit hinein: „Sie müssen schnell kommen - hier ist eine Frau, der gerade die Fruchtblase geplatzt ist!!!“
Erst jetzt merke ich, was in der Sekunde, als ich meine Seele baumeln ließ, passierte. Deshalb schrie die Frau also in der Gegend rum, als würde ich sterben. Mittlerweile hat sie sich beruhigt und setzt mich auf eine Bank. Der Notrufwagen kommt und ich lege mich auf die Liege.
Die Frau, der Mann und noch zwei weitere Frauen kommen einfach mit mir ins Krankenhaus. Dort angekommen, sage ich, dass mein Mann nicht kommen könne und ich aber nicht allein sein möchte. Da bleiben die drei Frauen da.
Als ich abends in einem Zimmer liege, kommt der Arzt und sagt: „Frau Köpnick, Sie haben Besuch.“ Er macht die Tür weit auf und mein Mann steht da. Er hat einen Luftballon und meine frischgeborene Tochter Louise im Arm.
Aber das sind noch nicht alle! Im Anhang kommen alle herein, die am Schlössle waren, als meine Fruchtblase platzte: der Mann, die drei Frauen und die Bäckerin von Rewe. Dazu noch drei Arbeitskollegen meines Mannes und drei Arbeitskolleginnen von mir, die auch meine besten Freundinnen sind.
Dieser Tag ist der beste meines Lebens. Denn ich habe gemerkt, dass ich doch nicht ganz allein in Lechhausen bin.
Und neben meiner Heimatstadt ist Lechhausen der Stadtteil, in dem alle immer zusammenhalten und zusammengehören.
Daniela Hauptmann
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Schwimmbadbau
Ibrahim Dinc
In Lechhausen wurde ein Schwimmbad gebaut. Und der kleine Robin von nebenan freute sich, was da gebaut wurde. Er dachte nach, was es sein könnte, vielleicht ein Spielzeugladen oder ein Süßigkeitengeschäft.
Am nächsten Tag ging er zu den Bauarbeitern hin und sagte höflich: „Können Sie mir bitte sagen, was hier gebaut wird?“
Ein Bauarbeiter sagte: „Hier wird ein Schwimmbad gebaut, mein kleiner Freund.“
Und der Robin dachte: „Ein Schwimmbad - was ist ein Schwimmbad?“
Er wusste noch nicht, was ein Schwimmbad ist, weil er noch nie in einem Schwimmbad war.
Er ging zu seinen Eltern und sagte: „Mama, Papa, was ist ein Schwimmbad?“
Die Eltern erklärten Robin, was ein Schwimmbad ist. Robin wollte natürlich auch schwimmen lernen, aber die Eltern hatten kein Geld für das Schwimmbad. Sie waren froh, dass sie überhaupt ein Haus hatten und Lebensmittel kaufen konnten, aber für das Schwimmbad reichte das Geld nicht.
Bis zur Eröffnung des Schwimmbads dauerte es noch ganze fünf Monate - und Robin hatte in genau fünf Monaten Geburtstag.
Robins Papa war arbeitslos, aber er gab nicht auf und suchte den ganzen Tag nach einer guten Arbeit. So ging er auch zu einer KFZ-Werkstatt. Dort suchten sie gerade nach einem Angestellten und weil er viel über Autos wusste, sollte er eine Chance bekommen. Aufgeregt ging er nach Hause und sagte seiner Familie, dass er am nächsten Tag zur Arbeit gehen konnte.
Und weil Robins Papa wirklich viel von Autos verstand, bekam er schon im nächsten Monat eine feste Anstellung.
Die Wochen und Monate vergingen schnell und dann hatte Robin Geburtstag. Neugierig hatte er in den letzten Tagen immer wieder gefragt, was für ein Geschenk er bekommen sollte. Seine Mutter hatte ihm jedes Mal geantwortet: „Das wird eine große Überraschung für dich sein.“
Als Robin nun an seinem Geburtstag aufstand, saß sein Papa in der Küche – er war heute nicht zur Arbeit gegangen und sagte: „Ich habe mir extra für dich freigenommen – wir werden alle zusammen einen schönen Spaziergang machen und unterwegs Eis essen.“
Robin jubelte – das war eine wirklich tolle Überraschung!
Nach einem gemütlichen Frühstück spielten alle zusammen mit Legosteinen. Dann sahen sich die Eltern plötzlich an und sagten zu ihrem Sohn: „So, jetzt gehen wir spazieren.“
Unterwegs erzählte der Papa viele Erlebnisse, die er in der Werkstatt gehabt hatte. Alle lachten viel und plötzlich waren sie am Ziel: Sie standen vor dem neuen Schwimmbad.
Und Papa Paul sagte: „Ja mein Sohn: Wir feiern deinen Geburtstag im Schwimmbad.“
Robin war sehr glücklich. Aber Robins Eltern hatten nicht gesagt, was ihn da noch überraschen wird: Kuchen und Freunde und Familienmitglieder!
Nach ein paar Minuten kamen sie, gingen ins Schwimmbad rein und Robin sah seine Freunde und seine Familienmitglieder. Sie feierten und sie aßen den Kuchen und sie haben auch ein Geburtstagslied gesungen.
Ihre Träume waren in Erfüllung gegangen: Robins Papa hatte eine Arbeit gefunden, die Familie hatte ein Auto gekauft, und Robins Traum wurde heute erfüllt: Er wollte immer schon in dieses neue Schwimmbad gehen.
Ibrahim Dinc
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Für den Bärendurst
Saman Nafkosch
Als ich neu nach München kam und mich noch nicht gut auskannte, auch die deutsche Sprache nicht verstand, ist mir Folgendes passiert.
Gleich an meinem ersten Schultag verschlief ich und mein Wecker klingelte erst um 8 Uhr statt um 6 Uhr.
Erschrocken sprang ich aus dem Bett und zog mich schnell um. Das Waschprogramm ließ ich ausfallen. Im Dauerlauf rannte ich zur Schule. Schwitzend ging ich in mein Klassenzimmer. Mein neuer Lehrer schimpfte mich gleich: "KOMM BITTE NÄCHSTES MAL FRÜHER!"
Mich quälte ein Bärendurst. Dennoch traute ich mich nicht zu fragen, ob ich zur Toilette gehen dürfe. Die Stunden vergingen mir zäh wie Kaugummi. Mein Zunge klebte am Gaumen, weil es so heiß war. Alle Schüler haben mich angeschaut und dachten: "Schau den an, der kommt am ersten Tag zu spät in die Schule." Alle haben Witze über mich gemacht .
Und ich konnte fast meinen Mund nicht mehr bewegen, weil er so trocken war. Ich hatte so einen Durst! Mein Lehrer hat mich etwas gefragt. Die Frage, die mein Lehrer mir stellte, war die leichteste Frage der Welt, aber ich habe nichts gesagt, weil ich nur an meinen Durst denken konnte.
Als wir Pause hatten, ist mein Lehrer schnell gegangen und ich konnte ihn nicht fragen, ob ich den Toilettenschlüssel bekomme.
In der Pause haben alle getrunken, aber ich schaute die anderen nur an und konnte niemand fragen, ob er mir etwas zum Trinken gibt, weil ich niemanden gekannt habe. Aber zum Glück ist ein Mädchen zu mir gekommen und hat mich gefragt: „Hey! Bist du neu in der Schule?“
Ich habe ja gesagt. Nach 15 Minuten waren wir fast best friends. Ich habe sie gefragt, ob sie mir etwas zum Trinken geben kann. Diesmal hat sie ja gesagt. Sie hat mir ihre Colaflasche gegeben und zu mir gesagt: „Du kannst die Colaflasche behalten.“
Wir waren dann beste Freunde.
Am nächsten Tag habe ich sie nicht mehr in der Schule gesehen. Und ich war wieder allein im Pausenhof und hab die ganze Zeit an sie gedacht.
Saman Nafkosch
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Ein guter Anfang für eine Freundschaft
Sandra Wittmann und Luisa Steinmetz
Einsam.
Traurig horchte ich dem Summen der Straßenbahn zu. Seit mein kleiner Bruder gestorben ist, war nichts mehr wie früher.
„Evilin, wir müssen jetzt aussteigen. Die Schule wartet nicht!“, schrie meine beste Freundin Sue.
Ohne zu antworten, stand ich auf und stieg aus der Straßenbahn.
Nur noch zwei Ampeln, bis ich in die Hölle muss, die Schule. Ich habe keine Lust, auf Grün zu warten.
„Evilin, bist du verrückt?!“, rief Sue entsetzt.
Doch ich sah schon Scheinwerfer und hörte quietschende Reifen. Ganz nah. Unmittelbar neben mir kam das Auto zum Stehen.
„Bist du lebensmüde??!!!“, schrie der Autofahrer und knallte die Autotür zu. Ich stand wie erstarrt auf der Straße. Hörte weitere Autos bremsen. Sue schrie irgendetwas und die ersten Autos fingen an zu hupen. Meine Beine versagten und der Asphalt kam näher …
Ruckartig wachte ich auf. Ich lag auf einer Liege. Sah verschwommen und wusste nicht, wo ich war. Zwei weiß gekleidete Wesen waren neben mir. Brachten sie mich ins Irrenhaus oder ins Krankenhaus? Ich spürte, wie sie mir eine Spritze gaben, und schlief ein.
Als ich wieder aufwachte, lag ich im Krankenhaus. Meine Mutter saß vor mir und sagte: „Spinnst du, stehst du unter Drogen oder so?!“
„Eigentlich nicht, Mum“, sagte ich, „aber du kommst mir gerade so vor.“
„Sehr lustig! Wer wirft sich denn vor Autos, du oder ich?! Deine Freundin hat deinetwegen sogar einen Asthma-Anfall gekriegt! Du setzt ja fast ganz Lechhausen unter Schock, ich lese schon den Zeitungsartikel: Mädchen wirft sich vor Autos. Ist sie lebensgestört?“
Ich musste lächeln: „Es ist doch sonst nicht so, dass du dir Sorgen um mich machst.“
Meine Mutter schaute mich entgeistert an und musste dann lachen. „Was soll denn das? Willst du cool rüberkommen, weil ein Junge im Raum ist?“
Ich spürte, wie ich rot wurde. Überhaupt: Woher wusste die das? Ich linste nach links. Ein Junge lag auf einem Krankenbett. Er schlief.
Mein Kopf brummte höllisch, ich fasste mir an die Schläfe, die anscheinend genäht worden war. Ich spürte einen Tropfen Blut über mein Gesicht laufen.
Meine Mutter geriet sehr schnell ihn Panik, deshalb schrie sie wie eine Sirene: „Ein Arzt, schnell, Hilfe, sie verblutet!“
„Mum, das ist doch nur ein Tropfen Blut.“
„Ja, und aus einem Tropfen können schnell mehrere werden.“
Sie nahm den Alarmknopf und drückte wie verrückt um die tausendmal drauf.
Daraufhin kam fast ein ganzes Arztteam: „Was ist los?“
Sie kamen zu mir und fragten: „Wieso regen Sie sich auf? So schlimm ist das gar nicht ...“
„Nicht schlimm??!! Meine Tochter verblutet, und alles, was Sie sagen, ist: Das ist doch nicht so schlimm!! Sie sind doch die schlechtesten Ärzte aller Zeiten!!!“
Weil sie dabei einem der Ärzte an den Kittel griff, wurde sie von zwei Pflegern aus dem Zimmer gezerrt.
Von all dem Geschrei war der Junge aufgewacht. Er beobachtete mit großen Augen, was passierte, und sagte jetzt zu mir: „Lass mich raten - überfürsorgliche Mutter. Meine auch! Falls dich das mit deiner Mutter mitnimmt - meine Mutter ist fürsorglich genug für uns beide, wir können sie uns gerne teilen. Sie kümmert sich sowieso um jeden und spendet jeden Tag an Arme. Außerdem wollte sie sowieso ein Kind adoptieren.“
Okay, ich wusste zwar, dass meine Mutter etwas nervös und aufgedreht ist, seit mein Bruder gestorben war. Aber so aufgedreht? Traurig sagte ich zu dem Jungen: „Ich mach mir Sorgen um meine Mutter. Sie ist nicht mehr dieselbe wie früher. Und weswegen bist du hier?“
Er grinste und zeigte auf seine zahlreichen Verbände: „Ich wurde von einem Imbiss-Wagen angefahren. Eine gute Nachricht gibt es aber: Der Verkäufer spendiert mir als Entschuldigung für eine Woche Essen. Leckere Hotdogs, Pizza und Eis. Wenn du willst, kannst du auch was vom Gratis-Essen abhaben. Willst du?“
„Ähm … wenn das dann heißt, dass wir uns öfter sehen und ich auch noch Essen kriege … sage ich nicht nein.“
Da fragte der Junge: „Was hast du denn eigentlich mit deinem Kopf angestellt?“
„Ähm ... ich hab mich vor ein Auto geworfen.“
Ich blickte schüchtern und verlegen zur Seite.
Er fuhr mich an: „Du hast WAS!?“
„Du musst nicht gleich schreien. Ich hatte einfach keinen Bock, auf Grün zu warten, und wenn mich doch schon ein Auto beinahe anfährt ...“
Mein Satz endete mit einem kurzen Aufschluchzen.
„Wieso machst du das?“, fragte er vorwurfsvoll.
„Naja, seit mein Bruder tot ist, weiß ich nicht mehr weiter“, murmelte ich unter Tränen.
Er seufzte.
„Du weißt nicht, wie gut ich dich verstehe ...“
Ich blickte auf.
Nachdenklich sprach er weiter: „Nun ja, ich hab halt eben nur meine Mutter. Ich weiß, wie es ist, Menschen zu verlieren, die einem wichtig sind.“
Er lächelte müde.
„Sag mal - wie heißt du überhaupt, Mädel?“, fragte er und verrenkte seine Gesichtszüge zu einem breiten Grinsen.
„Evilin. Und du?“
Er lachte.
„Ich heiße Tom. Aber meine Freunde nennen mich Tommi.“
Ich stand auf und setzte mich neben ihn auf sein Bett. Er lächelte mich an und legte den Arm um mich und rückte etwas zur Seite, um mir Platz zu machen.
Ich lächelte und sagte: „Also Tommi, wie alt bist du?“
Ich dachte natürlich vom Aussehen her, dass er ungefähr in meinem Alter war, aber mich interessierte, wie alt er wirklich war.
Er antwortete: „Ich bin 16. Und du?“
„Ich bin auch bald 16.“
„Und hast du Lust, wenn wir hier raus sind, mal zusammen ins Kino zu gehen?“
„Ähm ...“
Ich dachte: Jippi, das wäre ja toll! und ich antwortete: „Ja klar, ist in Ordnung.“
Geschafft, gezielt und getroffen wuu ja STRIKE!!!
Um mich wieder zu beruhigen, schaute ich aus dem Fenster, als gerade ein Vogel und daneben drei Tomaten an die Fensterscheibe klatschten. Von unten kam ein Clown hinterhergelaufen, der anscheinend die Tomaten geworfen hatte. Auf der Schulter hatte er Vogelmist.
Da kam ein Arzt ins Zimmer, sah mich auf Tommis Bett sitzen und zwischen seinen Augenbrauen bildete sich eine mürrische Falte.
Bevor er etwas sagen konnte, rief ich: „Ach eh ... Doc, da läuft ein Clown draußen rum und beschmeißt Vögel mit Tomaten.“
Mit einer viel zu schnellen Bewegung zeigte ich auf das Fenster.
Leider schmiss ich dabei Tommi aus dem Bett. Er landete mit einem riesigen Knall auf einem Blumenstrauß, der schon länger auf dem Boden lag (hoffentlich landete er dadurch etwas weicher). Der Arzt war sofort bei ihm und hob ihn wieder aufs Bett, dabei flog aber ich raus und landete auf einem Kaktus, der sich mit voller Wucht in meinen Arm bohrte: „Aaaaaaaaauuuuuuuuuu! Voll in den Knochen!“
Ich weinte und plärrte, der Arzt sprang jetzt zu mir und als er mich und meinen blutenden Arm sah, rief er die Schwestern und sie brachten mich in den OP.
Ich bekam Panik: „Was macht ihr? Nein, bitte nicht in den OP!“ Niemand hier wusste, dass ich eine Heidenangst vor Operationen hatte, da mein Bruder in einer OP starb.
Was genau sie mit mir taten, bekam ich nicht mit. Irgendwann fand ich mich wieder in meinem Bett, ein Pflaster klebte auf meinem Arm und Tommi sah mich sorgenvoll an: „Deine Mutter ist draußen und heult sich die Augen aus.“
Ich war im OP gewesen – sie hat gesehen, wie ich in den OP geschoben worden bin!
Ich schüttelte Tommis Hand ab.
„MENSCH, LASS MICH! Mein Bruder ist wegen dem Betäubungsmittel gestorben und ich hab die OP überlebt! Wieso, verdammt noch mal? Wieso musste er sterben?“
Tommi schaute mich besorgt an: „Ich schätze mal, dass dein Schicksal es gut mit dir meint.“
Tränen schossen mir in die Augen. „Ja, vielleicht ...“
Ich setzte mich auf: „Also, warum bist du gekommen?"
Plötzlich stammelte er: „Emm, das ist so ...“
Ehe ich mich versehen konnte, zog er einen Blumenstrauß hervor und hielt ihn mir vor die Nase: „Das wird ein guter Anfang für eine Freundschaft.“
Sandra Wittmann und Luisa Steinmetz
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Schwimmbadbau
Sergio Steinbach
Eines Tages wurde in Lechhausen ein neues Schwimmbad gebaut. Nach einigen Minuten lauten Hämmerns schaute Mary Poppins aus dem Fenster und dachte: Die armen Arbeiter, nach der harten Arbeit bekommen sie jetzt einen Kaffee und ein Stück Kuchen!
Sie ging zu den Arbeitern und gab ihnen den Kaffee und den Kuchen. Die Arbeiter sagten fröhlich: „Dankeschön!“
Mary Poppins rief herzlich: „Bitte, bitte!“
Einige Tage später war es so laut, dass Mary Poppins zu den Arbeitern ging und sie fragte, ob es leiser ginge. Ein Arbeiter schrie: „Nein, das geht leider nicht!“
Mary Poppins fragte: „Kann ich die Nummer von eurem Chef haben?“
Die Arbeiter gaben ihr die Nummer.
Sie ging wieder nachhause und rief den Chef an. Es klingelte und klingelte und schließlich ging er an das Telefon ran. Mary Poppins fragte höflich: „Können Sie bitte kommen?“
Der Chef sagte: „Ja , ich könnte kommen!“
Nach zehn Minuten war der Chef da. Mary Poppins erklärte dem Chef, dass es zu laut war. Der Chef sagte: „Tut mir leid, leiser geht es nicht, aber wir werden uns beeilen.“
Drei Monate später ging Mary Poppins ins neue Schwimmbad und freute sich darüber, wie schön alles geworden war.
Aber dann passierte es! Mary Poppins schwamm eine Runde und auf einmal bekam sie keine Luft mehr. Ein Herr Maier rief den Bademeister: „HILFE, HILFE!“
Der Bademeister rannte so schnell er konnte. Er holte Mary Poppins aus dem Wasser und machte Mund–zu–Mund-Beatmung. Der Bademeister pustete und pustete. Nach einigen Minuten atmete Mary Poppins wieder. Mary Poppins kam zu sich und erkannte, wie viel Glück sie gehabt hatte: „DANKE, Herr Bademeister!“
Sergio Steinbach
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Eine erfundene Geschichte mit Justin Drew Bieber
Yasemin Bür
Es waren einmal zwei Mädels namens Pia und Zazou. Sie gingen in die Stadt und sie sahen am Rathausplatz eine große Bühne.
Zazou sagte zu Pia: „Vielleicht ist heute ein Star in Augsburg?“
Pia sagte zu Zazou: „Und der wird hier auftreten?“
Da kam schon ein Sänger auf die Bühne - es war Justin Drew Bieber! Doch What The Fuck - Justin Bieber hatte eine Glatze. Pia und Zazou lachten die ganze Zeit.
Plötzlich kam Justin zu den zwei Mädels und sagte: „Hello Girls? What are you doing? Do you like my concert?“
„Er spricht so bescheuert“, sagte Pia und holte aus ihrer Tasche Tomaten, gab auch Zazou davon und auf drei warfen sie die Tomaten auf Justin.
Justin rannte weg und war traurig. Er entschied sich, extensions zu kaufen und er kaufte sie in der Farbe Braun. Nach ein paar Tagen stand in der Zeitung: SPECIAL - JUSTIN BIEBER HAS EXTENSIONS. Pia und Zazou lachten ihn aus, weil er jetzt komisch aussah.
Justin ging zum Arzt, ließ sich untersuchen und es stellte sich heraus, das er Haarausfall hatte. Er sah sich im Spiegel an und weinte. Dann kam seine 35-jährige Mutter, küsste ihn auf die Stirn und sagte: „Vielleicht bleibst du für immer ein Glatzkopf, vielleicht auch nicht.“
Justin ging in die Stadt, genauer gesagt zu McDonald's, und kaufte sich acht Cheeseburger und zwei große Coca Cola. Er saß auf der Couch und sang ein Lied namens Baby.
Auf einmal kamen zwei kleine Kids und schrien: „Ah, Justin Bieber, omg, can I have an autograph please?“
So verging die Zeit. Justin war immer noch im McDonald's und war verzweifelt, plötzlich kamen die zwei Mädels Pia und Zazou und sahen Justin auf der Couch - und er war sehr fett.
Sie gingen zu ihm hin, entschuldigten sich wegen den Tomaten und fragten ihn, was los ist. Justin sagte: „Seht her - ich bin ein Glatzkopf.“
Pia und Zazou hatten ein bisschen Mitleid mit ihm. Sie trösteten ihn und Pia besorgte eine Justin-Bieber-Perücke - er setzte sie auf und war glücklich.
Ein paar Tage später ging er zu McFit, weil er so ein ''Fettsack" war. Er trainierte hart und fleißig. Plötzlich sah er die sieben Zwerge und lachte, weil sie wirklich klein waren, und er trainierte weiter. Ab jetzt sah Justin sah jeden Tag Schneewittchen, Rotkäppchen und die sieben Zwerge. Sogar Spongebob und seine Freunde sah er und winkte ihnen zu.
Nach ein paar Wochen sah Justin nicht mehr so schlimm aus. Er sagte, dass er in Zukunft öfter nach Lechhausen kommen wird, weil es in Lechhausen magisch und überraschend ist. Er verabschiedete sich von Pia und Zazou, fuhr zum Flughafen und flog nachhause.
Fortan lebte Justin glücklich und normal so wie du und ich. Und wenn er nicht gestorben ist - dann lebt er noch heute.
Yasemin Bür
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Ich bin Melvin und erzähle euch eine Geschichte ...
Melvin Heichele
Ich kannte einen Jungen und der hieß Fredolino Harra Togolino Obiwan Hans Peter Ditrich Josef Kusterer Honduras Micael Herbert von Bayer (als kleine Anmerkung: seine Eltern hatten sich nicht entscheiden können).
Er wohnte in Lechhausen, fuhr gerne mit dem Bus und er wollte endlich mal einen Kontrolleur sehen. Er saß oft den ganzen Tag im Bus und schaute zu den Haltestellen. Er wünschte sich so sehr, dass er mal seine Streifenkarte vorzeigen durfte.
Doch an einem Montag im Dezember, es war saukalt (ich war nämlich selbst dabei) - da kam ein 45-jähriger Mann in den Bus. Er hatte einen dicken, wirklich dicken Mantel an. Auf dem stand „AVG“.
Josef hätte einen Salto gemacht, wenn er nicht zwanzig Kilo Übergewicht gehabt hätte (ich sagte ihm ja immer, dass er abnehmen sollte.)
Er holte tief, wirklich tief Luft, ging zu dem Kontrolleur und sagte: „Hier ist meine Fahrkarte.“
Doch der vermeintliche Kontrolleur war ein Busfahrer, dem sein Auto abgesoffen war. Er hieß Beringer, unterhielt sich mit Josef und sagte dann: „Wenn du so gerne Kontrolleure sehen willst, dann nehme ich dich mal mit in die Zentrale des AVG.
Fredolino konnte es kaum glauben, er freute sich so sehr, dass er sich fast in die Hose pinkelte (wirklich fast). Fredolino machte einen Termin aus und traf sich mit ihm.
Fredolino kam also zur AVG, dort wartete schon Herr Beringer. Er sagte: „Also gut, dann machen wir einen Ausflug. Als kleines Geschenk bekommst du ein Namensschild.“
Auf dem stand: „Fredolino Harra Togolino Hans Peter Dietrich Josef Kusterer Honduras micael Herbert von Bayer“.
Ich war sicherheitshalber mit dabei (als Absicherung) und die Tour begann.
Sie war langweilig. Aus meiner Sicht. Fred hat’s GEFALLEN.
Wir sahen viele Kontrolleure und Angestellte und wie es halt in so einem Betrieb zugeht. Da war zum Beispiel eine komplett unfreundliche Sekretärin, die ungefähr drei Liter Eau de Toilette aufgesprüht hatte. Ihre Stimme war so dunkel-herb, als ob sie ein Mann wäre.
Dreimal dürfen Sie raten, was Fred jetzt werden will - ein Taxifahrer.
Melvin Heichele
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